Es war noch mitten in der Nacht, als ich geweckt wurde. Ich dachte mein Schwein pfeift. Draußen war es noch ganz dunkel. Nach einem ausgiebigen Strecken und Gähnen war ich dann halbwegs wach. Das Haus war hell erleuchtet und alles wuselte herum. Ich hab ja nun gar nicht verstanden was das sollte, nachts um 02:00 Uhr. Aber gut, als ich dann schon meine erste Portion Fressen bekam, war mir die ganze Aufregung ehrlich gesagt egal.
Kurz vor 03:00 Uhr wurde ich dann in meine Transportbox, die im Auto schon war, gesteckt. Nun war es vorbei mit mir… Die wollen mich in einer Nacht- und Nebelaktion loswerden, schoss es mir durch den Kopf. Der Motor sprang an und der Wagen setzte sich in Bewegung. Mein Magen rumpelte vor Aufregung und ich musste noch ganz schnell aufs Klo. Ich fiepte kurz und kaum zwei Minuten später ging die Kofferraumklappe auf. Ich sah mich erstmal nur vom Kofferraum aus um. Dann bekam ich die Leine ans Halsband gelegt und mir war klar, ich fahre weiter mit. Gut ich also raus und erstmal aufs Klo. So ging’s mir dann schon viel besser. Weiter ging die Fahrt.
Ich hab leider so viel von der Fahrt nicht mehr mitbekommen, denn ich habe es vorgezogen noch ein wenig zu schlafen.
Irgendwann wurde es hubbelig und ich konnte draußen schon ein wenig die Sonne sehen. Dann hielten wir und ich konnte aussteigen.
War eine komische Gegend und irgendwie lag so eine Nervosität in der Luft und der Geruch von fremden Hunden und überhaupt, gar nicht mein Zuhause. Wir machten dann erst einmal einen langen Spaziergang … und ganz plötzlich kam mir an einem Haus der Geruch bekannt vor. Hmmm…
Zurück am Auto hab ich erstmal einen ganzen Hieb getrunken. Gut, dass in meiner Box mein Schuh war, so konnte ich wenigstens spielen, obwohl immer wenn ich gelegen habe und ich Krümel an meinem Fell hatte, wurden die gleich weggeputzt. WAS SOLL DAS???
Ein Auto hielt neben uns, und wieder dieser bekannte Geruch… MEINE MAMAS FRAUCHEN *freu* und kurze Zeit später war sie wieder weg… öhm und nu???
Wir stiefelten dann so langsam in die Richtung, aus der wir mit dem Auto gekommen waren und in die Richtung in der das Frauchen meiner Mama gefahren ist. Und es roch immer mehr nach Hunde… aber das ließ mich irgendwie völlig kalt. Und ehe ich’s mir überhaupt überlegen konnte, war ich auch schon mitten drin statt nur dabei. Und ich verstand das alles immer noch nicht wirklich. Wir saßen dann so im Schatten und dann kam mal hier ein Hund zur Begrüßung und da ein Hund und endlich solche wie ich einer bin. Die eine war ganz nett zu mir, die andere Tante leider nicht so, die knurrte mich gleich an. Aber wie ich später feststellen musste, machte sie das bei jedem Hund.
Die Sonne stand nun schon sehr hoch am Himmel und dann musste ich mit Frauchen mit. Da waren Felder abgesteckt, da wo sie mit mir rein ist, war Ring 1. Was’ n jetzt??? Soll ich hier etwa kämpfen – nö Leute nicht bei so einem warmen Wetter. Aber Frauchen machte mich gar nicht von der Leine. Da war noch ein anderer Hund mit im Ring… und ich verstand die Welt nun überhaupt nicht. Aber gut, wenn es Euch Menschen denn Spaß macht, ich marschierte einfach mal mit, immer schön neben Frauchen her, ich ließ mir ins Maul schauen und abtasten, obwohl ich es nicht sehr angenehm fand von diesem komischen Mann, der schon nach vielen Hunden roch mich an einer gewissen Stelle anfassen zu lassen. Der Mann war mir nicht geheuer. Dann wieder eine Runde Laufen und dann saß ich da, im Schatten von Frauchen und verstand kein Wort was der Mann da erzählte… er meinte irgendwas von starke Knochen, muskulöser Nacken… was interessiert den denn wie ich aussehe??? Aber mein Frauchen hörte angespannt zu. Und mit einem Mal hatte sie ein Grinsen auf dem Gesicht!!! Hab ich das jetzt alles richtig gemacht??? Sie knuddelten mich alle samt. Scheint das ja nen Erfolg gewesen zu sein, nur weiß ich nicht was das eigentlich sollte.
Nun gut, wir saßen dann wieder rum, gingen noch ein paar Mal in diesen Ring, aber weiter was passierte nicht. Es wurde immer wärmer und auch immer langweiliger.
Gegen späteren Nachmittag kam dann das Frauchen meiner Mama und nahm mich mit. Was denn jetzt??? Oh ihr Junges war auch mit, sie nahm meine Leine – ich sah mich um und sah mein Frauchen die Daumen drücken. Okay, dachte ich. Du sollst hier also irgendwas machen. Oh ein Leckerli, dem bin ich ganz fein hinterher, dann kam von dem Mädchen das Kommando PLATZ und ich legte mich hin, so wie ich es gelernt hab – da klatschten die ganzen Leute drum rum und von einigen Hunden kam ein anerkennendes Wuff *meine Brust schwoll an*… Als meine Leine von dem Mädchen losgelassen wurde, bin ich lieber ganz schnell zu meiner Familie… aber nix, ich musste da noch mal mit. Aber wenigstens hat das Mädchen dann einen Preis bekommen. Dann war ich wohl wirklich gar nicht so schlecht.
Plötzlich versammelten sich alle, ob Mensch ob Hund… nicht nur American Bulldogs auch Möpse und solche kleinen Fellknäule und auch ganz große dunkle Hunde… da waren ja so viele Rassen…
Auf einem Tisch standen so glitzernde Dinger, mein Frauchen sagt dazu Pokal… wir mussten alle noch mal hintereinander in den Ring, dieses Mal waren wir eine bunte Mischung aus allen Hunden… ich betrachtete aus der Entfernung die Pokale und irgendwie wollte ich auch so einen haben… zum Spielen und einbuddeln.
Dann ging es aber schon wieder raus aus dem Ring und ich ohne Pokal… ich sah mich um und bemerkte, dass kaum jemand hatte einen.
Ich legte mich wieder in den Schatten und döste bissl vor mich hin, als mein Frauchen vor mir stand und meinte: „Guck mal Gordi du bist Babysieger und den hast du gewonnen!“ EIN POKAL EIN GLITZERDINGS oh toll toll toll…
Dann ging es nach Hause. Es war schon die ganze Zeit so dolle warm, gut dass wir viele Pausen gemacht haben und ich immer wieder viel Luft und Wasser bekommen hab.
Einen Tag später wurde mir erst klar, was der Tag eigentlich war! Eine Ausstellung, meine 1. Ausstellung und dann gleich ein Sieger in der Babyklasse…
Man bin ich gut ***eingebildet guck und Nase in die Luft streck***